Was kostet es, ein E-Auto zu laden
Die Ladekosten fürs Elektroauto hängen von zwei Größen ab: davon, wie viel Strom dein Fahrzeug verbraucht, und davon, was du je Kilowattstunde (kWh) bezahlst. Ein modernes E-Auto braucht im Alltag rund 15 bis 20 kWh pro 100 km. Zu Hause an der eigenen Wallbox zahlst du je nach Tarif ungefähr 0,35 bis 0,45 Euro pro kWh, an einer öffentlichen Ladesäule oft 0,50 bis 0,65 Euro. Alle diese Zahlen sind Richtwerte und keine tagesaktuellen Preise.
Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel: Eine volle Ladung deckt je nach Akkugröße mehrere Hundert Kilometer ab und kostet zu Hause meist zwischen 15 und 30 Euro. Wer viel unterwegs an der Schnellladesäule lädt, zahlt spürbar mehr. Genau deshalb lohnt es sich, die Stromkosten fürs E-Auto einmal konkret für dein Fahrzeug durchzurechnen, statt mit einem groben Bauchgefühl zu planen.
Formel für die Ladekosten
Die Ladekosten berechnen sich immer nach demselben Muster. Du brauchst nur drei Werte: den Verbrauch, die gefahrene Strecke und den Strompreis je Kilowattstunde.
Ladekosten = Verbrauch (kWh/100 km) mal Strecke (km) geteilt durch 100 mal Strompreis (Euro pro kWh)
Willst du nur die Kosten pro 100 km wissen, fällt die Strecke aus der Rechnung weg. Dann gilt schlicht: Verbrauch mal Strompreis. Bei 18 kWh/100 km und 0,40 Euro je kWh sind das 7,20 Euro pro 100 km. Für eine komplette Akkuladung rechnest du stattdessen die nutzbare Akkukapazität mal den Strompreis. Ein Akku mit 60 kWh kostet bei 0,40 Euro also rund 24 Euro für eine Vollladung. In der Praxis lädst du selten von null auf hundert Prozent, weshalb eine einzelne Ladung meist günstiger ausfällt als dieser rechnerische Höchstwert.
Rechenbeispiel
Angenommen, du fährst mit einem Kompakt-Stromer 300 km und verbrauchst dabei 18 kWh/100 km. Zu Hause zahlst du 0,40 Euro pro kWh. Dann rechnest du Schritt für Schritt:
- Strommenge: 18 mal 300 geteilt durch 100 ergibt 54 kWh
- Kosten gesamt: 54 kWh mal 0,40 Euro ergibt 21,60 Euro
- Kosten pro 100 km: 18 mal 0,40 ergibt 7,20 Euro
Lädst du dieselbe Strecke unterwegs für 0,55 Euro pro kWh, steigen die Kosten auf 54 mal 0,55, also 29,70 Euro. Der Unterschied von gut acht Euro auf 300 km zeigt, wie stark der Ladeort ins Gewicht fällt. Auf ein ganzes Autojahr mit 15.000 km hochgerechnet werden daraus schnell mehrere Hundert Euro Differenz.
Tipp: kWh pro 100 km richtig ablesen
Den Wert kWh pro 100 km zeigt dir dein Bordcomputer. Nimm den realen Schnitt über mehrere Wochen und nicht den Idealwert aus dem Datenblatt. So werden deine berechneten Ladekosten deutlich genauer und Ausreisser durch Kälte oder Autobahn fallen weniger ins Gewicht.
Zu Hause laden gegen öffentliche Ladesäule
Der größte Hebel bei den Ladekosten ist der Ort. Zu Hause an der Wallbox lädst du am günstigsten, vor allem mit einem speziellen Autostromtarif oder eigenem Solarstrom. Unterwegs zahlst du für Tempo und Verfügbarkeit einen Aufschlag. Die folgende Tabelle zeigt typische Richtwerte für 2026, gerechnet auf einen Verbrauch von 18 kWh pro 100 km.
| Ladeort | Strompreis pro kWh | Kosten je 100 km |
|---|---|---|
| Wallbox zu Hause | 0,35 bis 0,45 Euro | 6,30 bis 8,10 Euro |
| Normalladen (AC) öffentlich | 0,45 bis 0,55 Euro | 8,10 bis 9,90 Euro |
| Schnellladesäule (DC) | 0,55 bis 0,65 Euro | 9,90 bis 11,70 Euro |
| Eigener Solarstrom | 0,10 bis 0,20 Euro | 1,80 bis 3,60 Euro |
Preise variieren stark
An einer öffentlichen Ladesäule hängt der Preis vom Anbieter, vom Tarif und teils von der Ladegeschwindigkeit ab. Manche Betreiber verlangen zusätzlich eine Blockiergebühr pro Minute, wenn dein Auto nach dem Laden stehen bleibt. Prüfe die Konditionen deiner Ladekarte, bevor du dich auf einen Wert verlässt.
Typischer Stromverbrauch nach Fahrzeug
Nicht jedes E-Auto verbraucht gleich viel. Kleine, leichte Modelle kommen mit deutlich weniger Strom aus als schwere SUV. Die nächste Tabelle nennt grobe Richtwerte für den Verbrauch in kWh pro 100 km und die Stromkosten daheim bei 0,40 Euro pro kWh.
| Fahrzeugklasse | Verbrauch (kWh/100 km) | Kosten je 100 km zu Hause |
|---|---|---|
| Kleinwagen | 13 bis 16 | 5,20 bis 6,40 Euro |
| Kompaktklasse | 15 bis 18 | 6,00 bis 7,20 Euro |
| Mittelklasse-Limousine | 17 bis 20 | 6,80 bis 8,00 Euro |
| SUV oder großes E-Auto | 20 bis 24 | 8,00 bis 9,60 Euro |
Im Winter, bei zügiger Autobahnfahrt oder mit voller Zuladung liegt der reale Verbrauch oft ein paar kWh höher. Rechne im Zweifel mit dem oberen Wert deiner Klasse, dann erlebst du bei der Stromrechnung keine böse Ueberraschung.
Vergleich zu Benzin und Diesel
Der Kostenvorteil beim Laden wird im direkten Vergleich sichtbar. Ein Benziner mit 7,5 l/100 km kostet bei einem E10-Richtpreis von 1,72 Euro rund 12,90 Euro pro 100 km. Ein E-Auto mit 18 kWh/100 km kommt daheim auf etwa 7,20 Euro, also gut die Hälfte. Lädst du dagegen nur unterwegs zum Höchstpreis, schmilzt der Vorsprung zusammen und beide liegen näher beieinander.
Dazu kommt, dass Strompreise und Spritpreise sich unterschiedlich entwickeln können, sodass ein Vergleich immer nur eine Momentaufnahme ist. Ob sich der Umstieg für dich rechnet, entscheidet also stark dein Ladeverhalten. Einen ausführlichen Kostenvergleich findest du im Ratgeber Elektroauto gegen Verbrenner. Wie viel du dabei an Emissionen sparst, zeigt dir der CO2-Rechner, denn Strom und Kraftstoff verursachen unterschiedlich viel CO2.
Ladekosten senken
Mit ein paar Gewohnheiten drücken viele Fahrer ihre E-Auto laden Kosten deutlich. Diese Ansätze helfen am meisten:
- Zu Hause statt unterwegs laden, wann immer es geht. Die eigene Wallbox ist fast immer der günstigste Ladepunkt.
- Einen speziellen Autostrom- oder Nachttarif nutzen und den Strompreis für die Wallbox regelmäßig vergleichen.
- Eigenen Solarstrom vom Dach laden, falls eine Photovoltaik-Anlage vorhanden ist.
- Vorausschauend fahren, denn ein niedrigerer Verbrauch senkt die kWh pro 100 km und damit direkt die Kosten.
- Ladekarten und Anbieter vergleichen, um Grundgebühren und Blockiergebühren zu vermeiden.
Wer die Stromkosten in die gesamte Kalkulation einbezieht, plant realistischer. Neben dem Laden gehören Versicherung, Wartung und Wertverlust dazu. Den Überblick liefert dir der Autokosten-Rechner. Für eine schnelle Schätzung deiner nächsten Ladung nutzt du am besten direkt den Rechner oben auf dieser Seite.
