Wie entsteht CO2 beim Autofahren
Beim Fahren verbrennt dein Motor Kraftstoff. Dabei reagiert der im Benzin oder Diesel gebundene Kohlenstoff mit dem Sauerstoff aus der Luft, und es entsteht Kohlendioxid, kurz CO2. Der CO2-Ausstoß deines Autos hängt deshalb fast ausschließlich davon ab, wie viel Sprit du verbrauchst. Je mehr Liter durch den Motor laufen, desto mehr Emissionen deines Autos landen in der Atmosphäre.
Wichtig zu verstehen: Ein Liter Kraftstoff wiegt weniger als das CO2, das daraus entsteht. Das klingt zürst seltsam, ist aber logisch, denn bei der Verbrennung kommt der Sauerstoff aus der Luft dazu. Aus einem Liter Benzin mit rund 0,75 kg Gewicht werden so ungefähr 2,37 kg CO2. Wer den CO2-Ausstoß Auto verstehen will, muss also nicht die Abgase messen, sondern nur den Verbrauch kennen. Genau das macht die Sache so praktisch, denn deinen Verbrauch kennst du meist schon aus dem Bordcomputer oder vom Tanken.
CO2 pro Liter Kraftstoff
Jede Kraftstoffart hat einen festen CO2-Faktor. Er sagt dir, wie viel Kilogramm CO2 bei der Verbrennung von einem Liter frei werden. Diese Werte sind physikalisch bestimmt und ändern sich nicht mit dem Tagespreis. Mit ihnen kannst du CO2 berechnen, ganz ohne komplizierte Messtechnik.
| Kraftstoff | CO2 pro Liter | Typischer Verbrauch |
|---|---|---|
| Benzin | ca. 2,37 kg | 7 bis 8 l/100 km |
| Diesel | ca. 2,65 kg | 5 bis 7 l/100 km |
| Autogas (LPG) | ca. 1,64 kg | 9 bis 11 l/100 km |
Diesel hat pro Liter den höchsten CO2-Faktor, verbraucht aber oft weniger Liter je 100 km. Autogas liegt beim CO2 pro Liter am niedrigsten, dafür ist der Verbrauch etwas höher. Für einen fairen Vergleich zählt daher immer das Ergebnis pro Kilometer, nicht der Faktor allein. Erst wenn du Verbrauch und Faktor zusammen betrachtest, siehst du, welches Fahrzeug wirklich sauberer fährt.
Kenne deinen echten Verbrauch
Der genaueste Wert kommt nicht vom Bordcomputer, sondern vom Nachrechnen an der Zapfsäule: getankte Liter geteilt durch gefahrene Kilometer, mal 100. Mit diesem realen Verbrauch wird auch deine CO2-Bilanz verlässlich.
Die Formel und ein Rechenbeispiel
Die Rechnung ist einfach. Du brauchst nur deinen Verbrauch, die gefahrene Strecke und den passenden CO2-Faktor. So bestimmst du den CO2 pro Kilometer und den Ausstoß einer ganzen Fahrt.
CO2-Ausstoß (kg) = verbrauchte Liter x CO2-Faktor. Und: verbrauchte Liter = Strecke in km x Verbrauch je 100 km / 100.
Ein Beispiel: Du fährst 100 km mit einem Benziner, der 8 l/100 km braucht. Dann verbrauchst du 8 Liter. Multipliziert mit dem Faktor 2,37 kg ergibt das rund 19 kg CO2 auf dieser Fahrt. Pro Kilometer sind das etwa 190 Gramm CO2. Fährst du dieselbe Strecke mit einem sparsamen Diesel, der 5 l/100 km und 2,65 kg pro Liter hat, kommst du auf rund 13,3 kg, also etwa 133 Gramm pro Kilometer.
Du siehst: Der CO2 pro Kilometer hängt vom Zusammenspiel aus Verbrauch und Faktor ab. Genau das macht ein CO2-Rechner Auto für dich, indem er beide Werte automatisch kombiniert und dir das Ergebnis in Gramm je Kilometer sowie in Kilogramm pro Fahrt ausgibt.
CO2-Ausstoß pro Jahr
Richtig anschaulich wird es, wenn du die Jahresfahrleistung einrechnest. Wer viel pendelt, summiert schnell große Mengen. Die folgende Tabelle zeigt den ungefähren Jahresausstoss für einen Benziner mit 8 l/100 km und dem Faktor 2,37 kg je Liter.
| Fahrleistung pro Jahr | Verbrauchte Liter | CO2 pro Jahr |
|---|---|---|
| 10.000 km | 800 l | ca. 1,9 t |
| 15.000 km | 1.200 l | ca. 2,84 t |
| 20.000 km | 1.600 l | ca. 3,79 t |
| 30.000 km | 2.400 l | ca. 5,69 t |
Bei 15.000 km im Jahr, was in etwa dem deutschen Durchschnitt entspricht, kommen also fast drei Tonnen CO2 allein durchs Autofahren zusammen. Diese Zahl hilft dir einzuordnen, wie stark sich ein sparsameres Fahrzeug, ein niedrigerer Verbrauch oder schlicht weniger Fahrten auswirken. Schon eine kleine Änderung wirkt bei dieser Größenordnung über das ganze Jahr betrachtet deutlich.
Vergleich mit Bahn und Elektroauto
Ein Auto ist selten die klimafreundlichste Wahl. Die Bahn verteilt ihren Energiebedarf auf viele Fahrgäste, dadurch fällt der CO2-Anteil pro Person deutlich niedriger aus als beim allein besetzten Pkw. Auch eine Fahrgemeinschaft senkt den Ausstoß pro Kopf spürbar, weil sich die Emissionen auf mehrere Köpfe verteilen.
Das Elektroauto stösst während der Fahrt kein CO2 aus dem Auspuff aus. Entscheidend ist aber, wie der geladene Strom erzeugt wird. Mit Oekostrom fällt die Bilanz sehr gut aus, im deutschen Strommix bleibt trotzdem ein Rest. Wie hoch dein Energiebedarf und deine Stromkosten ausfallen, kannst du mit dem Ladekosten-Rechner abschätzen. Einen ausführlichen Blick auf Kosten und Klima bietet unser Ratgeber Elektroauto vs. Verbrenner, in dem wir beide Antriebe direkt gegenüberstellen.
CO2 im Verkehr senken
Den größten Hebel hast du beim Verbrauch, denn weniger Sprit bedeutet direkt weniger Emissionen deines Autos. Diese Punkte wirken sofort und kosten dich nichts:
- Vorausschauend fahren und früh vom Gas gehen, statt hart zu bremsen.
- Reifendruck regelmäßig prüfen, denn zu weiche Reifen kosten Sprit.
- Unnötigen Ballast und den Dachträger nach dem Urlaub abbauen.
- Kurzstrecken mit kaltem Motor meiden oder mit dem Rad erledigen.
- Das Tempo auf der Autobahn massvoll halten, denn der Verbrauch steigt überproportional.
Wie viel diese Maßnahmen konkret bringen, zeigt dir der Spritspar-Rechner. Schon ein Liter weniger auf 100 km spart bei 15.000 km im Jahr rund 350 kg CO2 ein, und das Jahr für Jahr. Sparsam fahren schont also gleichzeitig das Klima und deine Tankrechnung.
CO2-Preis und was er bedeutet
Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland einen CO2-Preis auf fossile Kraftstoffe. Er verteuert jede ausgestossene Tonne CO2 und schlägt sich im Preis an der Zapfsäule nieder. Steigt der CO2-Preis, wird Tanken teurer, gerade für Fahrzeuge mit hohem Verbrauch. Auf diese Weise soll der Anreiz wachsen, sparsamere Autos zu fahren oder auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.
Für dich heißt das: Ein sparsames Auto schont nicht nur das Klima, sondern auch den Geldbeutel, weil du weniger CO2 bezahlst. Wer seinen CO2-Ausstoß kennt, kann die Folgen für die eigenen Kosten besser einschätzen.
Werte als Richtwert verstehen
Der genaue Aufschlag pro Liter ändert sich mit der Zeit. Nimm die Zahlen auf dieser Seite als Größenordnung, nicht als tagesaktuellen Betrag. Für eine echte Kostenrechnung solltest du immer den aktuellen Spritpreis zugrunde legen.
