Tanken

Richtig tanken und die besten Spartipps

Aktualisiert am 10. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit

Richtig tanken und die besten Spartipps

Richtig tanken heißt nicht, den ganzen Tag nach dem billigsten Liter zu jagen, sondern ein paar einfache Regeln zu kennen. In diesem Beitrag zeigen wir dir, wann du günstig tankst, wie du Tankstellen sinnvoll vergleichst und welche Kraftstoffsorte wirklich in deinen Wagen gehört. So sparst du bei jeder Tankfüllung ein paar Euro, ganz ohne großen Aufwand.

Der beste Zeitpunkt zum Tanken

Wenn du richtig tanken willst, ist der Zeitpunkt der einfachste Hebel überhaupt. Denn Tankstellen ändern ihre Preise mehrmals täglich, an manchen Standorten sogar im Rhythmus weniger Stunden. Für denselben Liter zahlst du je nach Tageszeit spürbar unterschiedliche Beträge, ohne dass sich am Kraftstoff selbst irgendetwas ändert.

Als grobe Faustregel gilt: Am frühen Morgen ist Tanken oft am teuersten, während die Preise im Lauf des Tages fallen. Besonders günstig ist der Sprit häufig am späten Nachmittag und am Abend. Wer also nicht auf den letzten Tropfen wartet, sondern seinen Tankstopp bewusst in die günstigen Abendstunden legt, erwischt regelmäßig die beste Tankzeit.

Über den Tag verteilt gibt es meist mehrere Preisspitzen und Preistäler. Morgens hoch, mittags etwas günstiger, am frühen Nachmittag oft ein kleines Zwischenhoch und am Abend erneut niedriger. Diese Muster sind allerdings nicht in Stein gemeißelt. Sie hängen von Region, Wettbewerb und Wochentag ab und können abweichen. Ein kurzer Blick in eine Preis-App bleibt deshalb immer sinnvoll.

Kurz gemerkt

Tanke möglichst zwischen 18 und 21 Uhr und meide die teuren Morgenstunden. Über ein ganzes Jahr summiert sich dieser kleine Unterschied zu einem ordentlichen Betrag.

Wichtig ist die richtige Einordnung: Ein einzelner Tankstopp zur falschen Zeit ruiniert dein Budget nicht. Aber wer zweimal pro Woche tankt, kommt über das Jahr auf rund hundert Tankvorgänge. Sparst du bei jedem davon nur wenige Euro, macht das am Jahresende einen deutlich dreistelligen Betrag aus.

Tankstellen clever vergleichen

Der zweite große Hebel ist der Vergleich. Der Preisunterschied zwischen zwei Tankstellen im selben Ort beträgt nicht selten zehn Cent je Liter und mehr. Bei einer 50-Liter-Füllung sind das schnell fünf Euro Unterschied für exakt denselben Kraftstoff. Tankstelle Preise vergleichen lohnt sich also fast immer.

Am bequemsten geht das mit einer Spritpreis-App. Die Preise dafür stammen aus einer amtlichen Quelle: Tankstellen in Deutschland sind gesetzlich verpflichtet, jede Preisänderung an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe zu melden. Verbraucher-Apps greifen auf diese Daten zu und zeigen dir die aktuellen Preise der Tankstellen in deiner Nähe. Du siehst damit auf einen Blick, wo der Liter gerade günstig ist.

  • Vergleiche die Tankstellen entlang deiner ohnehin gefahrenen Strecke, statt einen Umweg zur vermeintlich billigsten zu machen.
  • Achte darauf, dass die App wirklich die passende Kraftstoffsorte anzeigt, denn E5, E10 und Diesel haben jeweils eigene Preise.
  • Rechne einen kleinen Umweg gegen die Ersparnis auf. Fährst du fünf Kilometer extra, um zwei Cent je Liter zu sparen, frisst der Mehrverbrauch den Vorteil oft wieder auf.
  • Verlass dich auf die gemeldeten Werte, aber prüfe die Anzeige an der Säule. Zwischen Preismeldung und deinem Eintreffen können ein paar Minuten liegen.

Ein guter Ansatz ist, sich zwei oder drei zuverlässig günstige Tankstellen auf den eigenen Alltagsstrecken zu merken. So musst du nicht bei jeder Fahrt neu suchen, sondern tankst fast automatisch dort, wo es sich lohnt. Mehr zur Zusammensetzung des Literpreises findest du in unserem Ratgeber zu den Spritpreisen.

Wo Tanken besonders teuer ist

Manche Standorte sind fast immer teuer, und das ganz unabhängig von der Tageszeit. Wer sie kennt und meidet, spart, ohne überhaupt vergleichen zu müssen.

OrtPreisniveauGrund
Autobahntankstelledeutlich höherwenig Konkurrenz, hohe Pachtkosten, Lage der Bequemlichkeit
Innenstadt und Bahnhofsnähehöherteure Flächen, viel Laufkundschaft
Ländliches Gebiet mit einer Tankstelleeher höherfehlender Wettbewerb im Umkreis
Tankstellen am Stadtrand und im Umlandoft günstigermehr Auswahl, schärferer Preiskampf

Am deutlichsten schlägt die Autobahn zu Buche. Dort ist der Liter oft zwanzig Cent oder mehr teurer als an einer normalen Tankstelle wenige Kilometer abseits der Fahrbahn. Wenn du auf einer langen Fahrt bemerkst, dass der Tank zur Neige geht, lohnt sich fast immer eine kurze Ausfahrt zu einer Tankstelle im Ort statt der bequemen Rast direkt an der Strecke.

Nicht auf die Reserve verlassen

Wer erst tankt, wenn die Warnleuchte längst brennt, hat oft keine Wahl mehr und muss die teure Autobahntankstelle nehmen. Plane deinen Tankstopp lieber ein paar Kilometer früher ein.

Die richtige Kraftstoffsorte wählen

Ein Spartipp wird gern übersehen: die passende Sorte. Viele Fahrer greifen aus Gewohnheit oder in der Annahme, dem Motor etwas Gutes zu tun, zu teurem Super Plus, obwohl ihr Fahrzeug das gar nicht braucht. Für die allermeisten Benziner reicht das günstigere Super E10 völlig aus.

Ob dein Auto E10 verträgt, steht im Tankdeckel, im Handbuch oder in einer Verträglichkeitsliste der Hersteller. Die große Mehrheit der Benziner der letzten Jahre ist dafür freigegeben. E10 ist als Richtwert einige Cent günstiger als E5 und liefert im Alltag dieselbe Leistung, solange dein Motor freigegeben ist.

Super Plus mit höherer Oktanzahl ist nur dann sinnvoll, wenn der Hersteller es ausdrücklich vorschreibt, etwa bei bestimmten leistungsstarken Motoren. Bei einem normalen Alltagsauto bringt der teurere Sprit keinen messbaren Vorteil, du zahlst schlicht mehr für dieselbe Fahrleistung. Welche Sorte wofür gedacht ist, erklären wir ausführlich im Ratgeber zum Spritkosten senken.

Faustregel: Tanke die Sorte, die der Hersteller vorgibt. Alles darüber ist meist verschenktes Geld, alles darunter kann schaden.

Voll- oder Teiltanken und weitere Praxistipps

Immer wieder kommt die Frage auf, ob volltanken oder häufigeres Teiltanken günstiger ist. Für den reinen Literpreis macht es keinen Unterschied, ob du 20 oder 50 Liter zapfst. Der Preis je Liter bleibt gleich. Es gibt aber praktische Gründe, die für das Volltanken sprechen.

  • Weniger Fahrten zur Tankstelle: Wer volltankt, muss seltener anhalten und spart Zeit und kleine Umwege.
  • Mehr Flexibilität beim Preis: Mit vollem Tank kannst du teure Standorte wie die Autobahn souverän links liegen lassen und dort tanken, wo es günstig ist.
  • Gegenargument Gewicht: Ein voller Tank wiegt mehr und erhöht den Verbrauch minimal. Dieser Effekt ist im Alltag aber so klein, dass er die Vorteile des Volltankens nicht aufwiegt.

Wer sehr diszipliniert Preise vergleicht, kann mit halbvollem Tank flexibler auf günstige Gelegenheiten reagieren. Für die meisten Fahrer überwiegt jedoch die Bequemlichkeit des Volltankens. Ein sinnvoller Mittelweg: bei einem klar günstigen Preis volltanken, bei einem teuren Standort nur so viel, dass du die nächste günstige Tankstelle sicher erreichst.

Zum Schluss noch ein paar Tipps, die beim Sprit sparen beim Tanken und danach helfen:

  • Halte den Reifendruck korrekt, denn zu weiche Reifen erhöhen den Verbrauch und machen jede Tankfüllung teurer.
  • Fahre vorausschauend und gleichmäßig, das senkt den Verbrauch stärker als jeder Preisvergleich.
  • Entferne unnötigen Ballast und Dachträger, wenn du sie nicht brauchst.
  • Zahle bequem, aber achte auf Rabattaktionen und Tank-Apps mancher Ketten, die kleine Nachlässe bieten.

Wie viel dich der Sprit übers Jahr wirklich kostet und wie stark sich diese Tipps auswirken, rechnest du am besten selbst durch. Mit unserem Rechner bekommst du eine realistische Hochrechnung deiner Jahreskosten.

Jahres-Spritkosten berechnen

Unterm Strich ist richtig tanken keine Wissenschaft. Wer abends statt morgens tankt, kurz die Preise vergleicht, teure Standorte meidet, die passende Sorte wählt und den Tank voll macht, spart dauerhaft und ohne Mühe. Diese Gewohnheiten kosten dich kaum Zeit und zahlen sich bei jeder einzelnen Tankfüllung aus.

FAQ

Häufige Fragen

Wann tankt man am günstigsten?

Häufig ist Sprit am späten Nachmittag und am Abend günstiger als am frühen Morgen, der oft am teuersten ist. Über den Tag gibt es mehrere Preisspitzen und Preistäler. Die Muster können je nach Region abweichen, deshalb lohnt sich zusätzlich ein Blick in eine Preis-App.

Woher kommen die Preise in den Spritpreis-Apps?

Tankstellen in Deutschland müssen jede Preisänderung an die amtliche Markttransparenzstelle für Kraftstoffe melden. Verbraucher-Apps greifen auf diese Daten zu und zeigen dir die aktuellen Preise in deiner Nähe. So kannst du Tankstellen zuverlässig vergleichen.

Ist Super Plus besser für den Motor?

Nur wenn der Hersteller es ausdrücklich vorschreibt. Für die meisten Benziner reicht das günstigere Super E10 völlig aus und liefert dieselbe Leistung. Teureres Super Plus bringt bei einem normalen Alltagsauto keinen messbaren Vorteil, du zahlst nur mehr.

Ist Volltanken oder Teiltanken günstiger?

Für den Literpreis macht die Menge keinen Unterschied. Volltanken spart aber Fahrten zur Tankstelle und macht dich flexibler, weil du teure Standorte wie die Autobahn meiden kannst. Der minimale Mehrverbrauch durch das höhere Gewicht fällt im Alltag kaum ins Gewicht.